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Diebstahl in der Polizei Kaserne
Der Dieb hat längere Zeit in der Polizei-Kaserne an der Wiener Rossauer Lände sein Unwesen getrieben. Unter anderem suchte er auch Büros der WEGA heim. Dort wurde er mithilfe einer "Diebsfalle" geschnappt. Zur Erleichterung der Ordnungshüter ist der Täter keiner der ihren - der Verdächtige gehört einer (privaten) Reinigungsbrigade an.
Es waren stets kleine Diebstähle, die die Beamten verunsichert haben. Meist fehlte Geld aus der Kaffeekassa, wobei die Polizisten erst annahmen, dass sich ein Kollege etwas ausgeborgt und nur vergessen habe, eine diesbezügliche Botschaft zu hinterlassen. Doch als immer wieder auch Banknoten bis zu 100 € aus liegen gelassenen Brieftaschen fehlten, stand zweifelsfrei fest: In der von einem Torposten bewachten Kaserne bzw. in den mit elektronischen Zutrittssystemen abgesicherten Büros treibt ein Langfinger sein Unwesen. Die Befürchtung: Ein Fall von besonders verwerflichem Kameradschaftsdiebstahl.Diebsfallen
Unter strenger Geheimhaltung wurden in den Räumen der Polizeimusik und der Sondereinheit WEGA "Diebsfallen" (präparierte Geldscheine, die die Finger unter UV-Licht zum Leuchten bringen, Anm.) installiert, einige Beamte sollen sich auch auf die Lauer gelegt haben. Nach einem Griff in die absichtlich offen aufgestellte Kassa wurde der Gesuchte von einem Waffenwart der WEGA gefasst: Der Mann ist Arbeiter der Firma H., die seit vielen Jahren in Polizeidienststellen für Sauberkeit sorgt. Er galt als stets freundlich und sehr zuvorkommend.
"Diese Leute werden zwar routinemäßig einer 'Sicherheitsüberprüfung' unterzogen, also unter anderem auf Vorstrafen überprüft. Das kann aber freilich nicht verhindern, dass sich jemand an fremden Eigentum vergreift", so ein Beamter des Innenministeriums zum KURIER.
Bei privaten Sicherheitsfirmen gelten Reinigungskräfte als Risikofaktor, vor allem was Betriebsspionage anbelangt. In Amerika hat etwa ein Software-Konzern der Putzkolonne des Konkurrenten 1200 Dollar für die Beschaffung von Papierabfällen geboten. Ähnlich ging es rund um ein auch in Österreich ansässiges innovatives Unternehmen zu: Da wurden gleich 500 Euro pro Lkw-Ladung Altpapier der Konkurrenz bezahlt. Das Durchwühlen von Mistkübeln, im Fachjargon "Dumpster Diving" ("Container-Tauchen") genannt, sei ein beliebtes Mittel zur Informationsbeschaffung, warnt die auf Wirtschaftskriminalität spezialisierte Berufsdetektivin Cornelia Haupt. Bei der Polizei wird eingeräumt, nicht ausschließen zu können, dass Hausfremde mitunter einen Blick in aufgetürmte Akten werfen. Auch würden interne Schriftstücke gar nicht so selten achtlos weggeworfen, statt in den Reißwolf gesteckt.
Artikel vom 15.01.2010 17:04 | KURIER | Peter Grolig
Quelle: http://kurier.at/nachrichten/wien/1970076.php am 01.03.2010 um 12.25 Uhr
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